Cancelled: Einladung und Call for Papers: HOT TOPIC [don’t stop] eileen myles

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Achtung: Die Veranstaltung fällt leider aufgrund der gegenwärtigen Umstände aus! Wir hoffen, sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Bis dahin als Online-Ersatz: Eileen Myles ließt Wolf (als Teil der House Party #2, The Poetry Project

Hier die Einladung und der Call for Papers zu einer Lesung und Workshop mit und zu Eileen Myles. Schickt uns eure Ideen und kommt vorbei! Wir freuen uns auf euch!

‚Long-form poetry‘ – in diesem Begriff kommt zusammen, was sonst getrennt voneinander steht und sich jeglicher Gattungszuordnung entzieht, sich que(e)r stellt gegen jeden Versuch der Klassifikation. Changierend zwischen Lyrik und Prosa, Fiktion und (Auto-)Biografie, mal Gedicht, mal Dialog, ist diese lange Form nur schwer zu greifen und zu übersetzen. Jene ‚Genrefication‘ ist es auch, die Myles dazu verleitet, „dazwischen“ zu schreiben. So wie ihre Texte Hybride sind, die sich einer Zuordnung entziehen, treten auch Myles Figuren auf die Bühne: divers, non-binär, flüchtig. Auf allen Ebenen eine Absage an Fremdzuschreibung. Ein Entzug von Be-Schreibbarkeit und Be-Stimmbarkeit. Dafür aber Aufforderung zur Partizipation, zur Performance dieser Texte, einem Sich-einschreiben und Fortschreiben. 

Diese Art des Umgehens mit Text wollen wir praktisch wie theoretisch im Zuge eines Workshops, der die Abendveranstaltung rahmt, nachgehen. Hierbei schlagen wir vor, Lesen und Schreiben nicht als zwei zu trennende Praktiken zu begreifen, sondern von einem Lesen-Schreiben auszugehen, das sowohl ethisch, epistemologisch als auch ontologisch zu fassen ist. Verstanden als Performance und eben nicht als stumme Praxis, als Nachvollzug, skizzieren wir Lesen-Schreiben als verstreute widerständige Praxis, als weltend und ko-kreativ. Weiter als queere, wilde Praktik: de-domestizierend, de-kulturalisierend, weder dem domos noch dem nomos unterworfen. Vielmehr diesen entgegengeworfen, wobei im Vollzug zwangsläufig die Opposition, meint damit auch Differenz, affimiert wird und die Idee einer Synthese entschieden durchgestrichen wird. Lesen-Schreiben ist aktive Partizipation bei der Intervention, damit Ermächtigung wie Möglichkeit die Festschreibung weiter zu zer-schreiben. 

In der gemeinsamen Lektüre von Eileen Myles longer und shorter poetry wollen wir gemeinsam an dieser ‚unexpected practice‘ weiterschreiben. Eingefaltet in die zu leistende Theoriearbeit sind aktuell (wieder) virulente Fragen nach dem Verhältnis zwischen Privatem und Sozialem/Öffentlichem, die sich nicht zuletzt über die Verhandlung der 1.Person Singular in Myles Texten einschreiben. »Chelsea Girls« als exemplarisch für das lesend, was Eileen Myles als ‚social poetic intervention‘ fasst, fragen wir, wo und wie das „Ich“ in Gegenwartsliteraturen zurückkehrt, wie es sich (lesend-)schreibend im Prozess als solches konstituiert. An die Stelle des allgemeingültigen „man“ tritt die Erfahrung des unbestimmten und unbestimmbaren „Ichs“. Nicht ‚history‘ wird geschrieben, sondern ‚her_story‘. Dabei liegt die Betonung auf dem gap, einer Leerstelle, die Platz hält für die Ausnahme von der Regel, für alle, die sonst keine Stimme verliehen bekommen, nur selten eine Rolle spielen. Durch die vorherrschenden Klassenstrukturen als auch durch sexistische und rassistische Festschreibungen geformt, setzt sich das ‚Ich‘ zu diesen Strukturen immer schreibend ins Verhältnis, mit diesen auseinander und zueinander. Es schreibt gegen etwas an, zerreibt sich an den Normen und Konventionen, ein fortlaufender Prozess, an dessen vermeintlichem Ende eine Geschichts-schreibung steht, zu der man bzw. Nicht-Mann sich erst ermächtigen muss.

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Workshop, Performance und Diskussion

Panel I: theory
21.04.2020 / 13-17Uhr_Bauhaus-Universität Weimar

Performance/Lesung mit Eileen Myles
21.04.2020 / 19Uhr_ACC Galerie Weimar

Panel II: reading-writing
22.04.2020 / 10-13Uhr_Bauhaus Universität, Weimar

Anmeldung zum Workshop bis 10.04.2020

Erwünscht sind kurze Inputtexte, Lektüren von Eileen Myles Texten oder Papiere zu anschlussfähigen Themen und Fragestellungen (500-800Worte), die als Grundlage einer gemeinsamen Diskussion ebenfalls bis zum 10.04. einzureichen sind. Die Teilnahme am Workshop ist nicht an die Einreichung und Vorstellung eines Inputs gebunden. 

Organisation: Linda Keck, Gerko Egert & Max Walther

Kontakt: linda.keck@uni-weimar.de // max.walther@uni-erfurt.de // gerko.egert@theater.uni-giessen.de

Workshop: Ecology of Techniques II: Formats

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January 25-26, 2020

Instite for Applied Theater Studies, Justus-Liebig-University Giessen

In the workshop we address the question of format from a performance and media-theory perspective. How do a different notion of techniques/practices as it became popular in the recent years also call for different formats on the level of presentation as much as on the level of production. And how can we use concepts of format/formation stemming from media theory to rethink the processes of performance art and its techniques/practices?

Program:

Saturday, January 25th, 10 am – 4 pm

Elisa Linseisen: „Thinking, Searching, Experimenting in Formats“ (Universität Paderborn)
Reading: Alexander Galloway and Jason LaRivière: Compression in Philosophy

Lucie Tuma: “Ecologies of Attention” (ZhdK Zürich)
Reading: Vilém Flusser: VAMPYROTEUTHIS INFERNALIS (from p.16 [„the class cephalopoda“] until p.26 and from p.32 [„what is immediately …“] until p.53 [„worlds apart“])

Sunday, January 26th, 10 am – 4 pm

Anne Schuh: „Practice and Practice Sharings in Dance“ (FU Berlin)
Reading: Noha Ramadan: Why Practice?

 Stefan Hölscher and Kai van Eikels “Formatting Togetherness” (Universität Bochum)
Reading: Laurent Berlant: Cruel Optimism (Chapter One)


The workshop is public and free to join. Please contact me for the readings (gerkomail[at]gmail.com)

Conference „Choreographie als Kulturtechnik“

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I will present my research on choreopower at the conference „Choreographie als Kulturtechnik“ in Gießen.

In German
Gießen, 30.1.-1.2.2020
Detailed program: here
Organized by Sabine Huschka and Gerald Siegmund

Abstract of my paper:
Macht bewegt sich, Macht bewegt. Techniken einer choreographischen Politik
Der Vortrag widmet sich der Frage der Choreographie als einer Technik der Macht. In Szena- rien wie Kolonialismus, Migration, Logistik und Verkehr agiert ein choreographischer Macht- apparat, der sich nicht nur auf Bewegung (als zu regierendes „Objekt“) richtet, sondern in welchem Bewegung selbst zu einer Form der Macht wird. Ausgehend von Michel Foucaults Konzept einer „operationalen Macht“ und Brian Massumis „Ontomacht“, soll ein Konzept der „Choreomacht“ vorgeschlagen werden, das Bewegungen auf ganz unterschiedlichen Skalen kontrolliert und moduliert. Als eine transversal operierende Politik bildet die Choreographie eine umfassende Kulturtechnik, deren produktive wie immanenten Operationen zugleich Mikro- und Makrobewegungen adressieren. Sie agiert dabei in so unterschiedlichen Bereichen wie der Ökonomie, der Staatspolitik, der Geologie/graphie oder der Psychologie. Diese „öko- logische“ (Guattari) Wirkweise der Choreomacht stellt somit auch die Grenzen der Kulturtech- nik (in Abgrenzung zu den Techniken der Natur) selbst in Frage.